Am Freitagmorgen begann unsere Studienfahrt mit dem Flug nach Krakau. Von dort aus fuhren wir direkt weiter nach Auschwitz, wo wir für die nächsten Tage in der Jugendbegegnungsstätte untergebracht waren. Die Unterkunft bot nicht nur einen Ausgangspunkt für unsere Besuche der Gedenkstätte, sondern auch Raum, um die vielen Eindrücke gemeinsam zu verarbeiten.
Am Samstag besuchten wir Auschwitz I, das sogenannte Stammlager. Gemeinsam mit einem Guide erkundeten wir das Gelände und erfuhren viel über die Geschichte des Konzentrationslagers sowie über das Schicksal der dort inhaftierten Menschen. Besonders bewegend waren die zahlreichen originalen Ausstellungsstücke wie Kleidung, Haare, Briefe, Fotografien und persönliche Gegenstände der Opfer. Auch die Berichte von Überlebenden machten das unvorstellbare Leid greifbarer. Ein Moment, der viele besonders berührte, war das Betreten einer ehemaligen Gaskammer. Darüber hinaus besichtigten wir die Baracken und Gefängniszellen, die die unmenschlichen Lebensbedingungen der Häftlinge eindrucksvoll verdeutlichten.
Am Sonntag besuchten wir mit unserem Guide Auschwitz II – Birkenau, das etwa dreimal so groß ist wie das Stammlager. Das weitläufige Gelände machte die Dimensionen des Vernichtungslagers deutlich. Wir sahen die Ruinen der gesprengten Krematorien und Gaskammern sowie die Baracken mit den einfachen Holzbetten. Besonders eindrucksvoll war es, den Weg nachzugehen, den die Menschen nach ihrer Ankunft im Lager zurücklegen mussten. Außerdem besichtigten wir das Gebäude, in dem Teile der Aufnahmeprozedur stattfanden. Dort wurden den Menschen unter anderem die Haare abrasiert und ihre Kleidung abgenommen – wir gingen den Weg, den die Opfer damals unfreiwillig gegangenen waren.
Am Montag führte uns die Studienfahrt nach Krakau. Dort erkundeten wir das jüdische Viertel Kazimierz und das Ghetto. An diesen Orten erfuhren wir mehr über das jüdische Leben vor dem Zweiten Weltkrieg und die Verfolgung während der Zeit des Nationalsozialismus. Am Abend beendeten wir den Tag mit einem gemeinsamen Essen im Restaurant Klezmer-Hois, wo wir traditionelle jüdische Küche kennenlernen konnten.
Die Studienfahrt war für uns alle eine besondere und nachdenklich stimmende Erfahrung. Die Besuche an den historischen Orten haben uns die Verbrechen des Nationalsozialismus auf eindrucksvolle Weise vor Augen geführt und gezeigt, wie wichtig es ist, die Erinnerung an die Opfer wachzuhalten. Sie hat uns daran erinnert, Verantwortung für ein friedliches und respektvolles Miteinander zu übernehmen und dafür einzustehen, dass sich die Geschichte niemals wiederholt.
Wir bedanken uns ganz herzlich bei der Sanddorf-Stiftung sowie bei den Firmen Fliesen Theis, Mielke sowie Metallbau Lill für die geleistete Unterstützung. Diese Unterstützung hat unsere Fahrt erst möglich gemacht!

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