Keine Elche aber ziemlich viele Schlauchschellen

Aus dem langersehnten Wunsch Skandinavien zu bereisen und dem, so viele Erfahrungen wie nur möglich in Jobbereichen zu finden die mich interessieren, entstand die Idee für ein Praktikum in Schweden über Erasmus+.
Ein bisschen Recherche und ein paar Mails später hatte ich einen Platz für die Herbstferien in der Norma Group Sweden, einem klassischen Automobil Zulieferer Betrieb. Das Schlauchschellenwerk ist ansässig in einem kleine Ort 200 km südöstlichen von Göteborg.
Das Firmentaxi brachte mich vom Flughafen nach Anderstorp. Dort wurde mir ein kleines Apartment mit netter Vermieterfamilie und ein Fahrrad zur Verfügung gestellt.
Ich war gespannt und aufgeregt zu gleich. Einblicke in industrielle Produktionsabläufe zu bekommen, ganz nah an Fertigungsprozessen und Entwicklungsarbeit dran zu sein, weckte bei mir Neugier und Interesse. Die zwei Wochen allein meinen Alltag organisieren zu müssen und nur auf mich gestellt zu sein, war die persönliche Herausforderung, mit der ich allerdings viel Freude hatte :))
Im Werk durfte ich viele unterschiedliche Bereiche besichtigen. Der Schwerpunkt lag auf dem Entdecken und verstehen der Arbeitsschritte in der Werkstatt und der einzelnen Produktionsprozesse einer Schlauchschelle.
So bekam ich Einblicke in das Bauen von Werkzeugen zu dem Anfertigen, Anpassen und Reparieren gehört. Mir wurden Entwicklungsprozesse von neuen Maschinenteilen veranschaulicht und ich durfte an großen Maschinen ganz praktische Dinge selber ausprobieren (Fräsen, Feilen, Drahtschneiden und Bohren).
Vom ersten Tag an wurde mir ein großes Vertrauen entgegengebracht. In den Gesprächen mit den vielen verschiedenen Abteilungen und Kollegen/innen durfte ich mich unmittelbar konstruktiv beteiligen und stets lag der Fokus auf der Idee, dass ich die Prozesse selbständig erfahren und ausprobieren kann. Alle Kollegen/innen sind mir ausnahmslos hilfsbereit und wertschätzend begegnet. Und wenn wir mit Englisch mal nicht weiterkamen, dann gings mit Händen und Füßen.
Nach der ersten Woche plante ich ein Wochenendtrip nach Göteborg. Auch hier erhielt ich von den Kollegen vielfache Tipps und Unterstützung bei der Planung meiner kleinen Reise. Immerhin brauchte ich ein bisschen Orientierung allein in der Großstadt. So wurde auch dieser Ausflug ein voller Erfolg. Ein besonderes Erlebnis war die Nacht allein in einem Gruppenzimmer im Hostel. Definitiv nervenaufreibend, aber alles in allem eine gute Erfahrung. Mein größtes Highlight war ein Besuch im Göteborg Kunstmuseum. Dort fand ich passend zu meinen Themen im Kunst LK, unter anderem, Gemälde aus dem Impressionismus.
Zurück in Anderstorp hoffte ich noch auf meinen Spaziergängen und Fahrradtouren in der ländlichen Umgebung einen Elch anzutreffen oder zumindest Einen auf einer der vielen Zug- und Autofahrten sehen zu können Leider blieb diese Hoffnung, trotz eigentlich günstiger Bedingungen –nämlich der Elchjagt, unerfüllt.
Dennoch zieh ich für diese zwei Wochen ein ausnahmslos positives Fazit.
Die vielen Freiräume, die ich beim Entdecken in der Firma und im Alleine Unterwegs sein gefüllt habe und das starke Vertrauen in meine Fähigkeiten haben mich besonders persönlich bereichert. Ich konnte klarer definierte Leitgedanken für meine spätere berufliche Orientierung finden und nehme ebenfalls ein größeres Vertrauen in meine Selbstständigkeit und neue Freunde aus dieser Erfahrung.…
Vielen Dank Erasmus+ für die Unterstützung!
Pia, Q3d (29.10.26)