Am Mittwoch, den 03.06.26, hieß es für den Geographie-Leistungskurs der Q2: Raus aus dem Klassenzimmer, rein in die Praxis. Ziel der Exkursion war Mainz, um dort die historische und aktuelle Stadtentwicklung einmal abseits der Lehrbuchtheorie direkt vor Ort zu erleben.
Der Tag startete mit einer echten Zeitreise: Wir stiegen ab in die unterirdischen Gänge des Forts Josef. Bei einer spannenden Führung erfuhren wir, wie sehr die alte Festungszeit das Mainzer Stadtbild bis heute prägt. Zwischen den dicken Mauern und den engen Minengängen wurde schnell klar, wie massiv die militärischen Vorgaben des 17. bis 19. Jahrhunderts das Wachstum der Stadt über Jahrhunderte hinweg ausgebremst und buchstäblich eingezäunt haben.
Wieder über Tage angekommen, stand ein krasser Kontrastwechsel auf dem Plan. Es ging mitten hinein in die aktuellen Debatten der modernen Stadtgeographie: Gentrifizierung und Strukturwandel. Bei einem Rundgang durch die Mainzer Neustadt und das neue Viertel am Zollhafen konnten wir die Gentrifizierung live beobachten. Auf der einen Seite die Neustadt – ein altes Arbeiter- und Gründerzeitviertel, in dem sich zwischen hippen Cafés und aufwändigen Sanierungen die Mieten spürbar verändern. Auf der anderen Seite der Zollhafen als Paradebeispiel für eine moderne Revitalisierung. Wo früher Container und Güter umgeschlagen wurden, entsteht heute exklusiver Wohn- und Arbeitsraum direkt am Wasser.
Vor Ort haben wir viel und intensiv diskutiert – vor allem über die Kehrseiten dieses Baubooms, die Verdrängung Alteingesessener und die Frage, wie eine nachhaltige Stadtplanung aussieht, die für alle Bevölkerungsgruppen einer Stadt bezahlbar bleibt.

Im Innenhof des Pandion DOXX am Zollhafen Mainz
