Deutsch

Aufgaben und Ziele des Faches Deutsch

Die Kolleginnen und Kollegen der Fachschaft Deutsch am Gymnasium Taunusstein orientieren sich in ihrem Unterricht an den Vorgaben des Lehrplans des Hessischen Kultusministeriums sowie der Kerncurricula und der Bildungsstandards. Diese lösen fortan schrittweise die alten Lehrpläne ab. Das neue Kerncurriculum für die Sekundarstufe I legt für das Fach Deutsch fogende konzeptionelle Grundlagen fest:

Konzeptionelle Grundlagen
Das neue Kerncurriculum für Hessen ist die verbindliche curriculare Grundlage für den Unterricht an hessischen Schulen in allen Fächern der Primarstufe und der Sekundarstufe I. Wesentliches Merkmal und Anliegen seiner Konzeption ist die Darstellung eines kumulativen Kompetenzaufbaus von Jahrgang 1 bis zur Jahrgangsstufe 10 in einem einheitlichen Format. Im Mittelpunkt steht das, was alle Kinder und Jugendlichen am Ende ihrer schulischen Laufbahn (bzw. nach bestimmten Abschnitten ihres Bildungsweges) können und wissen sollen. Dies führt zur Beschreibung von Kompetenzen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt von allen Lernenden erwartet werden. Kompetenzen werden dabei verstanden als Verbindung von Wissen und Können – Wissen soll transferierbar und in Anwendungssituationen nutzbar sein. Damit richtet sich der Blick nicht nur auf Wissenselemente, die sich zu einem Gesamtverständnis verknüpfen sollen, sondern auch auf weitere Bedingungen der erfolgreichen Bewältigung kognitiver Anforderungen. Hierzu zählen Strategien zum Erwerb von Wissen und dessen Nutzung und Anwendung sowie personale und soziale Dispositionen, Einstellungen und Haltungen.
Im Zusammenwirken dieser Komponenten erfüllt sich der Anspruch einer umfassenden Persönlichkeitsbildung; er realisiert sich in der erfolgreichen und verantwortungsvollen Bewältigung aktueller Anforderungssituationen.
Damit greift das neue Kerncurriculum für Hessen die fachdidaktisch und pädagogisch begründeten Bildungs- und Erziehungsziele der bisherigen Lehr- und Bildungspläne auf. Die Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz als länderübergreifender Bildungsplan sind im hessischen Kerncurriculum berücksichtigt und konkretisiert.
Es beschränkt sich aber darauf, die angestrebten Ergebnisse des Lernens in Form von Könnenserwartungen (Bildungsstandards) darzustellen. Diese beschreiben zum einen Kompetenzen, die bis zu bestimmten Abschnitten des jeweiligen Bildungsweges erworben sein sollten („lernzeitbezogene Kompetenzerwartungen“). Zum anderen legen die Bildungsstandards die Leistungsanforderungen zum Abschluss eines Bildungsganges fest. Bildungsstandards sind als Regelstandards formuliert und in Kompetenzbereiche gegliedert.
Die für den Kompetenzerwerb grundlegenden und unverzichtbaren Wissenselemente eines Faches und deren Verknüpfungen sind in Form von Inhaltsfeldern und deren inhaltlichen Schwerpunkten formuliert.
Wichtige Schlüsselbegriffe, die für das Verstehen von Bedeutung sind, konkretisieren die inhaltlichen Zusammenhänge und unterstützen die thematische Strukturierung.
Bildungsstandards und Inhaltsfelder stehen in einem korrespondierenden Verhältnis zueinander:
Kompetenzen werden – im Sinne vernetzten Lernens – an geeigneten Inhalten in lebensweltlich bedeutsamen Zusammenhängen erworben. Als dritte wesentliche Komponente rücken überfachliche Kompetenzaspekte (s. Kap. 2) besonders in den Blick.
Neben den im Kerncurriculum aufgelisteten überfachlichen Kompetenzen ist das Fach Deutsch vor allem der Vermittlung folgender fachlicher Kompetenzen verpflichtet:

  • Sprechen und Zuhören (Mündlichkeit)
  • Schreiben (Schriftlichkeit)
  • Lesen und Rezipieren – mit literarischen und nichtliterarischen Terxten / Medien umgehen (Mündlichkeit und Schriftlichkeit)
  • Sprache und Sprachgebrauch untersuchen und reflektieren (Sprache als Ordnung und System)

Diese Kompetenzbereiche werden durch Standards konkretisiert.

(Vgl. Hessisches Kultusministerium: Kerncurriculum Hessen Sekundarstufe I – Gymnasium – Deutsch, S. 5 ff.)

Für die Gymnasiale Oberstufe beschreibt das Kerncurriculum für das Fach Deutsch folgende Ziele (Stand Januar 2016):

Beitrag des Faches zur Bildung
Das Fach Deutsch leistet einen grundlegenden Beitrag zu den Bildungszielen der gymnasi
alen Oberstufe und zur Kompetenzentwicklung der Lernenden bis zur Allgem
einen Hochschulreife. Für die unterrichtliche Arbeit in der Sekundarstufe II (Sek. II) sind eine vertiefteBeschäftigung und gründliche Auseinandersetzung mit Literatur, Sprache und Kommunika-tion charakteristisch. Dabei erwerben die Lernenden sowohl ausgeprägte produktive und rezeptive Text- und Gesprächskompetenz als auch literarhistorisches und ästhetisches Bewusstsein. Besonderes Gewicht erhält die Entwicklung der Argumentations- und Reflexionsfähigkeit in Bezug auf die Bereiche des Faches und in fachübergreifenden Kontexten.
DasKerncurriculum Deutsch für die gymnasiale Oberstufe
in Hessen orientiert sich an den
Bildungsstandards für das Fach Deutsch, wie sie für die Allgemeine Hochschulreife von der
Kultusministerkonferenz (KMK) 2012 festgelegt wurden.
Die Bildungsstandards setzen in Übereinstimmung mit Erkenntnissen der Fachdidaktik bei
den sprachlichen, kommunikativen und ästhetischen Kompetenzen der Lernenden an, die –
unter Berücksichtigung ihrer kognitiven Fähigkeiten– durch den herausfordernden und ab
-wechslungsreichen Umgang mit Literatur und Sprache weiterentwickelt werden. Den Bil-
dungsstandards liegt ein weiter Textbegriff zugrunde, der unterschiedliche mediale Erschei-
nungsformen von Literatur und Sprache einschließt. Damit kommt dem Fach Deutsch eine
spezifische Bedeutung für die Entwicklung von Medienkompetenz zu.
Das Fach Deutsch vermittelt die sprachlich-kommunikativen Fähigkeiten, die für Studium, Berufsausbildung und erfolgreiches Handeln im Beruf erforderlich sind. Es
fördert zudem die Rezeption und Wertschätzung künstlerischer Produktion und erweitert die ästhetische Urteilsbildung, Genuss- und Gestaltungsfähigkeit der Lernenden.
Das Fach Deutsch trägt wesentlich dazu bei, die Fähigkeit zur Teilhabe am kulturellen Leben
und zur Partizipation in der demokratischen Gesellschaft zu entwickeln und zu festigen
und fördert den Erwerb interkultureller Kompetenzen, die sich im verständigen und souveränenUmgang mit dem kulturell Anderen zeigen. Im Deutschunterricht erfahren die Lernenden Alterität in vielfältiger Gestalt: in Texten und Sprachformen, die durch historische Distanzbestimmt sind, in Texten der Gegenwart, die offen oder verschlüsselt unterschiedliche kulturelle Perspektiven thematisieren oder durch Verfremdung Identifikation verhindern.
Das Fach Deutsch fördert darüber hinaus die Reflexionsfähigkeit sowie die allgemeine Lernfähigkeit und Lernbereitschaft, auch im Sinne eines selbstorganisierten und projektorientierten Arbeitens. Die im Fach Deutsch erworbenen Kompetenzen eröffnen Wege in die Zukunft und stellen zugleich Zugänge zu historischen und gesellschaftlichen Traditionslinien und zum kulturellen Gedächtnis her.
(Hessisches Kultusministerium: Kerncurriculum Deutsch für die gymnasiale Oberstufe, S. 10)

 

Für den Deutschunterricht an unserer Schule haben die folgenden didaktisch-methodischen Kategorien, die auch vom Hessischen Kultusministerium genannt werden, grundsätzliche Bedeutung und dienen der Strukturierung der vielfältigen Inhalte des Deutschunterrichts, der Themenfindung und der konzeptionellen Planung:

  • Schülerorientierung
  • Problemorientierung
  • Handlungs- und Produktionsorientierung
  • Wissenschaftsorientierung
  • Praxis und Berufsorientierung
  • Umgang mit dem Lehrplan / dem Kerncurriculum

Der Unterricht des Gymnasiums Taunusstein im Fach Deutsch baut auf dem Unterricht der Grundschulen auf, indem er die dort erarbeiteten Arbeitsbereiche fortführt und erweitert. Diese sind:

  • „Sprechen und Schreiben“ / „Mündliche und schriftliche Kommunikation“
  • „Sprechen / „Mündliche Kommunikation“
  • „Schreiben“ / „Schriftliche Kommunikation“
  •  „Lesen/Umgang mit Texten“
  •  Umgang mit literarischen Texten
  •  Umgang mit Sachtexten
  •  Umgang mit Medien
  • „Reflexion über Sprache“

Umsetzung der Aufgaben und Ziele am Gymnasium Taunusstein
Der Deutschunterricht findet in den Jahrgangsstufen 5 bis Q4 bzw. 5 bis 13 in allen Klassenstufen statt. Die Anzahl der Stunden und die Anzahl der schriftlichen Arbeiten orientiert sich an den staatlichen Vorgaben. Die inhaltlichen Schwerpunkte und die methodische Umsetzung richten sich nach den relevanten Lehrplänen bzw. Kerncurricula (G8 bzw. G9). Die Kolleginnen und Kollegen der Fachschaft stimmen sich in Fachsitzungen ab, deren Ergebnisse in Protokollen festgehalten werden. Sie wählen in regelmäßigen Abständen zwei Fachvorsitzende, die i.d.R. die Fachschaftssitzungen einberufen und leiten. Dabei ist der Fachvorsitz aufgeteilt zwischen einer / einem Verantwortllichen für die Sekundarstufe I und einer / einem Verantwortlichen für die Sekundarstufe II. Beide Fachvorsitzende arbeiten eng zusammen. Die Fachvorsitzenden vertreten u.a. auch die Interessen des Fachschaft gegenüber bzw. in Zusammenarbeit mit der Schulleitung.

Die Kolleginnen und Kollegen des Fachschaft bemühen sich um fachliche Koordination. Innerhalb des Jahrgangs werden die in den Lehrplänen bzw. Kerncurricula definierten und verbindlichen Themen gemäß der fachinternen Curricula umgesetzt. Klassenarbeiten werden i. d. Regel inhaltlich abgesprochen, ggf. auch gemeinsam geschrieben. Die Vergleichsarbeiten im 6.,  8.  und 12. Schuljahr werden von den Kolleginnen und Kollegen der Jahrgangsstufe gemeinsam geplant, geschrieben und nach einem gemeinsamen Maßstab korrigiert.

Die Kolleginnen und Kollegen der Fachschaft Deutsch streben eine fachübergreifende Zusammenarbeit mit anderen Fachschaften und Fachbereichen an. Diese finden z.B. im Rahmen der Berufsfindung und –beratung ihren Niederschlag, z.B. durch eine Unterrichtseinheit zur Vorbereitung auf das Berufspraktikum in Absprache mit dem Fach PoWi in der Jahrgangsstufe 8.

Im Unterricht des Faches Deutsch spielen im Rahmen der Gesamtkonferenz abgesprochene methodische Vorgehensweisen ( z.B. Methodentraining) eine zentrale Rolle. Die Fachschaft übernimmt aus diesem Feld auch Teilaufgaben ( z.B. im 5. Schuljahr: Heftführung, Wie mache ich Hausaufgaben?, Wie bereite ich mich auf eine Klassenarbeit vor?, im 7. Schuljahr: Umgang mit Lexika, im 8. Schuljahr: Wie halte ich ein Referat?).

Die Kolleginnen und Kollegen der Fachschaft streben eine Öffnung des Unterrichts nach außen an. Hierzu gehören Autorenlesungen, Theaterbesuche, Besuche von Bibliotheken und Museen, die Zusammenarbeit mit örtlichen Buchhandlungen etc. So ist beispielsweise mit dem „Vorlesewettbewerb“ in Jahrgangsstufe 6 eine enge Zusammenarbeit mit den örtlichen Buchhandlungen entstanden, die u.a. die Preise für die Gewinner stellen. Die jeweiligen Gewinner nehmen am Kreisentscheid teil.

Einzelne Vertreter/innen der Fachschaft bieten im Rahmen des Wahlunterrichtes u.a. Theater-AGs und / oder Kurse in „Darstellendem Spiel“ (in Zusammenarbeit mit den Kolleginnen der Fachschaft DS) und „Kreatives Schreiben“ an.

Die Fachschaft arbeitet aktiv an der Entwicklung einer „Schulkultur“ entsprechend dem Leitbild unserer Schule mit.

Eine Deutschkollegin und ein Deutschkollege leiten die an unserem Gymnasium neu eingerichteten DaZ-Klassen (Intensivtraining Deutsch als Zweitsprache). In diesem Zusammenhang gab es an unserer Schule ein Begegnungsfest zwischen unserer Schulgemeinde und Flüchtlingen im Januar 2017.

Ein Team bestehend aus einer Deutsch- und einer Geschichtskollegin gibt das Jahrbuch unseres Gymnasiums heraus und sammelt zuvor die Beiträge.